Wühlmäuse

Von Wühlmäusen, die zur Familie der Wühler gehören, gibt es mehr als 150 verschiedene Arten.

Die Familie der Wühlmäuse ist in Nordamerika, Europa und Asien anzutreffen. Sie bevorzugen Böden, in denen sie leicht Gänge graben können, da sie im Gegensatz zu Maulwürfen sie nicht auf das Graben spezialisiert sind. Im Vergleich zum Maulwurf graben sie nicht, sondern wühlen sich durch die Gänge.

Viele Unterarten wie Lemminge, Schermäuse oder die Bisamratte sind zumindest dem Namen nach bekannt, werden oft nicht mit der gleichen Familie in Verbindung gebracht. Je nach Art können die Tiere tag- oder nachtaktiv sein und unterscheiden sich in der Größe. Kleinere Tiere erreichen eine Länge von maximal sieben Zentimetern während größere Tiere bis zu 23 Zentimeter lang und wie die Bisamratte sogar bis zu 2,6 Kilogramm schwer werden können. Was die Tiere gemeinsam haben, ist dass sie, wenn sie auf Kulturen vom Menschen treffen, großen Schaden anrichten können. Es reicht dann nicht mehr aus die Wühlmaus zu vertreiben, da sie beispielsweise in der Landwirtschaft kaum von üppigen Nahrungsquellen ablassen. Hier wird zum Teil mit Giftködern aber auch mit natürlichen Fressfeinden wie dem Mauswiesel gearbeitet.

Arten

Feldmaus

feldmaus

Eine Feldmaus vermehrt sich rasant.

Die Feldmaus (Microtus arvalis) gehört zu den häufigsten vorkommenden Säugetieren in Europa. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis nach Asien, Teile Sibiriens und den Balkan. Sie bevorzugt landwirtschaftliche Kulturlandschaften und ist in Gärten selten anzutreffen. Meist verirrt sich diese Art nur in den Garten, wenn sich nebenan eine landwirtschaftliche Fläche mit einem großen Nahrungsangebot befindet. Die Feldmaus frisst vorwiegend Gras und Kräuter, das bevorzugte Futter sind verschiedene Samen und Arten von Getreide. Im Gegensatz zu Maulwürfen leben sie unterirdisch in Kolonien zusammen, die ihnen Schutz vor Feinden bieten. Die Kolonien sind über mehrere Meter lange Laufwege teilweise sogar miteinander verbunden und die Baue haben oberirdische Ausgänge.

Feldmäuse produzieren beim Graben ihrer Baue kaum Aushub, weshalb nur kleine bis keine Erdhügel sichtbar sind. Lediglich ein durchlöchertes Stück Boden gibt Aufschluss, ob hier Feldmäuse wohnen. Problematisch kann die starke Vermehrung der Feldmäuse werden, wodurch sie in großen Mengen auftreten und erhebliche Fraßschäden verursachen können. Ein gutes Nahrungsangebot begünstigt die Vermehrung und eine weibliche Feldmaus kann bis zu 13 Junge gebären. Die Tragezeit beträgt durchschnittlich 21 Tage und die Säugezeit maximal 19 Tage. Weibliche Jungtiere sind nach rund 14 Tagen, bzw. noch während sie gesäugt werden, geschlechtsreif. Unter optimalen Bedingungen bringen weibliche Feldmäuse alle 20 Tage neue Junge zur Welt. Dadurch ist in guten Jahren eine Population von über 1.000 Tieren pro Hektar möglich.

Private Hausgärten, die an solche Felder angrenzen, bleiben bei einer Explosion der Population nicht verschont. Die häufigsten natürlichen Feinde, die diese Art von Wühlmaus vertreiben bzw. ihre Population in Grenzen halten konnten, gehören teilweise zu den bedrohten Arten. Feldmäuse gehören zur bevorzugten Beute von Greifvögeln und Eulen, die heute nur noch in geringer Anzahl zu finden sind. Hauskatzen, die Freigänger sind, leisten in diesem Fall einen wertvollen Dienst, da sie zu Dezimierung der Tiere beitragen und sich die Feldmäuse nicht gerne in Gebieten mit vielen Katzen aufhalten.

Fakten zusammengefasst
  • vermehrt sich rasant
  • kann bei großen Populationen schwere Fraßschäden hinterlassen
  • lebt bevorzugt auf freien Flächen, seltener in Gärten

Bisamratte

Die Bisamratte (Ondatra zibethicus) war ursprünglich nur in Nordamerika beheimatet und ist der größte Vertreter der Familie der Wühlmäuse. Die Art wurde hierzulande aufgrund seines Felles eingebürgert, das in der Pelzindustrie von Bedeutung war. Daher wurde diese Art nach Europa eingeführt und ausgewildert. Diesen Schritt bereute man rasch, da sich die Population nach wenigen Jahren so stark vergrößerte, dass die Tiere trotz ihres wertvollen Fells, deutlich mehr Schaden anrichteten, als sie von wirtschaftlichem Nutzen waren. Mittlerweile gilt diese Art in Europa als zu bekämpfender Schädling, da sie durch ihre Lebensweise großen Einfluss auf ökologische Systeme hat.

Im Gegensatz zu anderen Wühler-Arten leben Bisamratten entlang von Gewässern. Ihre Baue graben sie in lockere Uferbereiche und die Ein- bzw. Ausgänge liegen unter Wasser. Verändert sich der Wasserstand, verlagern die Tiere die Zugänge zu ihren Bauten. Gibt es für die Bisamratten keine Möglichkeit sich direkt im Randbereich des Gewässers einen Bau zu graben, nutzen sie Baumaterial wie Gräser oder Schilf um sogenannte Bisamburgen zu bauen. Dies Burgen werden meist im flachen Uferbereich errichtet und haben ebenfalls eine Öffnung, die ins Wasser führt. Bisamratten verbringen ihr Leben vorzugsweise im Wasser, da sie sich an Land etwas unbeholfen bewegen. Sie ernähren sich vorwiegend von Gräsern im Wasser bzw. vom Uferbereich. Wird dort das Nahrungsangebot knapp, wagen sie sich in den Bereich von Kulturlandschaften und fressen dort Samen, Getreide sowie diverses Kulturgemüse und sogar Obst.

Ein besonderer Leckerbissen sind für sie die Knollen von Topinambur, nachdem sie bewusst graben. Ihre Lebenserwartung ist stark begrenzt, da sich die Zähne der Tiere, die nicht nachwachsen, nach spätestens drei Jahren so stark abgenutzt haben, dass sie nicht mehr ausreichend fressen können und somit verhungern. Dem entgegen Halten die Bisamratten ihre wie bei den Feldmäusen vergleichbar hohe Fortpflanzungsrate und den Mangel an natürlichen Feinden. Dadurch ist ihr Fortbestand gesichert und unter guten Bedingungen bringen sie drei Mal pro Jahr nach einer Tragezeit von rund 30 Tagen bis zu neun Junge auf die Welt. Das Problem bei dieser Art ist weniger ihr Appetit auf Kulturpflanzen, sondern der Schaden, den sie in der Natur anrichten.

Sie verbreiten sich in Ökosystemen, in denen bereits bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu finden sind. Dadurch, dass sie rasch ihre Population vergrößern konnten, haben andere Arten wenig Chancen sich zu regenerieren und zu verbreiten. Daher gilt es diese Art von Wühlmaus nicht nur zu vertreiben, sondern hierzulande auszurotten. Diesen Bestrebungen hielt die Bisamratte jedoch vor allem in Asien stand.

Fakten zusammengefasst
  • ursprünglich in Nordamerika beheimatet
  • leben an Gewässern, erweitern ihr Revier nur bei Nahrungsknappheit
  • durch invasive Lebensart Gefahr für bedrohte Pflanzen- und Tierarten

Schermaus

In manchen Regionen wird die Bezeichnung „Schermaus“ fälschlicherweise für den Maulwurf verwendet in Anlehnung an seine Hände, die er als Schaufeln verwendet. Tatsächlich sind Schermäuse (Arvicola) eine eigene Gattung mit drei Unterarten in Europa. Eine davon, die Westschermaus, kommt regional nur in Portugal, Spanien und Frankreich vor, richtet dort jedoch kaum Schäden an Kulturpflanzen an. Ähnlich ist es bei der Gebirgsschermaus, die sich ebenfalls nur selten in Gebiete verirrt, in denen Menschen leben. Deutlich häufiger und mit größerem Schadenspotenzial ist die Ostschermaus. Sie lebt sowohl wie die Bisamratte entlang von Flüssen als auch wie die Feldmaus in Erdbauten in Wiesen. Während sie entlang von Flüssen kaum einen Schaden anrichtet, ist das Problem innerhalb von Kulturlandschaften umso größer. Im Vergleich zum Maulwurf sind die Hügel an Aushub deutlich flacher, falls sie sich in Wiesen angesiedelt haben.

Obwohl die Population an Land pro Hektar kaum 100 Tiere übersteigt, ist durch das Anlegen von Vorräten der Schaden nicht minder groß. Zu ihrer präferierten Nahrung gehören Knollen und Wurzeln, weshalb sie innerhalb von Gemüsekulturen gefürchtet sind. Sie haben es dort vor allem auf Karotten und Spargel abgesehen, fressen aber auch die Wurzeln von Obstbäumen innerhalb von Plantagen oder Baumschulen ab. Durch die voranschreitende Zerstörung ihrer Lebensräume am Wasser geht zwar auch die Population der Tiere zurück, diese weichen jedoch vermehrt auf alternative Nahrungsangebote wie innerhalb von Kulturlandschaften aus. Daher erfolgt eine Bekämpfung der Tiere sogar im großen Stil mittels Wühlmauspflug mithilfe dessen Giftköder ausgebracht werden.

Fakten zusammengefasst
  • am häufigsten im Garten vorkommende Wühlmausart
  • lebt in Kulturlandschaften oder an Gewässern
  • große Fraßsschäde insbesondere an Knollen und Wurzeln

Rötelmaus

Die Rötelmaus (Myodes glareolus), von der es noch drei Unterarten gibt, gehört mit der Feldmaus zu den am weitesten verbreitetsten Tieren in Europa. Sie hat ihren Namen aufgrund der rötlichen Färbung des Felles bekommen. Sie bevorzugt schattige bis feuchte Lebensräume, weshalb sie vorwiegend in Wäldern bzw. an Waldrändern zu finden ist. Gefährdet sind von dieser Art Gärten bzw. Kulturen, die sich in der Nähe ihres natürlichen Lebensraumes befinden. Die Rötelmaus ist in Jahren, in denen sich die Population stark vergrößert, ein problematischer Schädling für Forstbetriebe und das ganzjährig. Während sie im Sommer vorwiegend Keimlinge und junge Triebspitzen verzehrt, frisst sie im Winter in größeren Mengen Baumrinde, was häufig zum Absterben von jungen Setzlingen führt. An unterirdische Pflanzenteile geht die Rötelmaus nur selten, da selbst ihre Bauten sehr oberflächlich sind.

roetelmaus

Die Gänge befinden sich nur wenige Zentimeter unter der Erde, weshalb sie innerhalb von Gärten rasch auffallen. Beim Betreten der Gangsysteme sinken Sie merklich ein, was ein sicheres Anzeichen für ein Vorkommen ist. In Regel verbreitet sich die Art nicht stark, da die Population von zahlreichen natürlichen Feinden dezimiert wird. Ein verstärktes Aufkommen von dieser Art reguliert sich rasch von selbst, wodurch kaum zusätzliche Maßnahmen notwendig sind. Auf die leichte Schulter sollte das Vorkommen der Rötelmaus nicht genommen werden, da sie als Krankheitsüberträger etwa für den Fuchsbandwurm fungieren kann. Daher ist es sinnvoll im Garten diese Art von Wühlmaus zu vertreiben, da dieser Parasit auch Haustiere und den Menschen befallen kann.

Fakten zusammengefasst
  • lebt bevorzugt in Wäldern
  • bekannter Krankheitsüberträger
  • enorme Fraßschäden vor Allem in Forsten

Lebensweise

Im Vergleich zum Maulwurf kann gleich eine ganze Gruppe von Wühlmäusen einen Garten bevölkern. Unabhängig von der Art sollte nicht zu lange gewartet und sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Da es deutlich länger dauert auf Wühlmäuse aufmerksam zu werden, als auf Maulwürfe, sollten Sie keine Zeit verlieren. Im Gegensatz zu Maulwürfen machen sie deutlich weniger und flachere Erdhaufen. Ein weiteres Alarmzeichen ist das Fraßbild im Garten. Überwiegend arbeiten sich die Arten von unten nach oben, was bedeutet, dass sie überwiegend die Wurzeln samt Pflanzenmitte abfressen. Dies hat meist den Tod der jeweiligen Pflanze zur Folge.

karotten

Karotten gehören zu den liebsten Speisen vieler Wühlmäuse.

Erfahrungsgemäß haben sie bei den unterschiedlichen Pflanzenarten ihre Präferenzen und gehen beispielsweise bei Karotten bevorzugt auf violette Arten. Generell scheinen sie Wurzeln und Knollen mit einer dunklen bis violetten Färbung zu bevorzugen. Arten, die sich oberirdisch ihr Futter suchen, fallen meist erst auf, wenn Pflanzen zur Fruchtreife kommen. Samen stellen für sie eine sehr gute Nahrungsquelle dar, da sie wie bei Getreide viel Stärke enthalten, die ihnen viel Energie gibt. Besonders wohl fühlen sich Wühlmäuse in naturnahen Gärten bzw. in den Randbereichen von Gärten. Von dort aus bahnen sie sich ihre Wege durch das Gelände. Daher ist es sinnvoll sich jene Stellen zu suchen, wo sich vermehrt Ein- und Ausgänge befinden, um die Wühlmaus zu vertreiben.

Vermuten Sie im Garten eine Rötelmaus an, sollten Sie zudem auf Symptome von Krankheitserregern wie dem Fuchsbandwurm achten. Daneben ist diese Art Überträger für verschiedene Keime wie den Serotyp Puumala des Hantavirus, was ein starkes Fieber zur Folge hat. Eine Übertragung kann auch indirekt erfolgen etwa durch Kot, Urin und Speichel. Frisch angefressenes Gemüse sollte nicht gegessen werden, und wenn Verbissstellen schon verwachsen sind, muss das Gemüse in jedem Fall heiß gewaschen werden. Lebende oder tote Tiere sollen Sie nur mit Einweghandschuhen anfassen und diese später ebenfalls entsorgen.

Da Wühlmäuse im bzw. am Wasser leben, besteht auch Gefahr bei naturnahen Schwimmteichen. Ist das Wasser mit Erregern der Tiere versehen, können diese auf den Menschen übertragen werden. Daher sollten Sie nicht nur Ihren Gemüsegarten regelmäßig kontrollieren, sondern auch Feuchtbiotope auf Ihrem Grundstück.

Wühlmäuse loswerden

Wenn Sie eine Wühlmausplage in Ihrem Garten identifiziert haben, gilt es, schnell zu handeln. Lesen Sie bei uns, wie Sie Wühlmäuse vertreiben können.

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